Der Blog entwickelt langsam ein Eigenleben. Wirklich spannend eigentlich. Lange Zeit dachte ich ja ernsthaft, das liest vermutlich niemand. Weil… niemand kommentiert. Totenstille. Digitale Wüste. Ich hätte vermutlich auch anfangen können, hier heimlich Einkaufslisten zu veröffentlichen und keiner hätte reagiert.
Aber inzwischen weiß ich: Ihr lest das. Und offenbar ist dieses „Wort am Sonntag“ für manche tatsächlich zu einem kleinen Ritual geworden. Genau wie für mich übrigens. Und dafür erstmal ehrlich: Danke. Wirklich.
Gestern wurde mir dann tatsächlich gesagt: „Schreib doch mal was Lustiges.“
…Stellt euch bitte kurz vor, wie ich hier sitze und grinse.
Ja okay. Fair point. Die letzten Blogs waren vielleicht nicht immer pure Lebensfreude mit Konfetti und Sonnenuntergangsfilter. Sorry dafür. Aber dieser Blog entsteht halt direkt aus meinem echten Leben heraus. Und dieses echte Leben war die letzten Wochen teilweise eher Kategorie „psychischer Escape Room“ als romantische Netflix-Serie.
ABER. Manchmal passieren eben auch Dinge, bei denen man sich fragt: „In was für einer Parallelwelt bin ich eigentlich gerade gelandet?“
Also heute mal weniger Deep Talk. Heute reden wir über haarige Traumata, Kinokatastrophen und Menschen, die offensichtlich ihren Führerschein bei Temu bestellt haben.
Fangen wir mit dem Restaurant an.
Ich war mit Freunden essen. Netter Laden in Ulm. Wirklich schön. Ich möchte bewusst nicht sagen welcher, weil ich niemanden öffentlich diskreditieren will. Obwohl ich innerlich immer noch leicht verstört bin.
Ein kleiner Hinweis allerdings — und nein, es wird kein Gewinnspiel: Das Tiramisu dort war gigantisch gut.
Wirklich. 12 von 10. So gut, dass man kurz überlegt, ob man höflich fragt, ob man die Auflaufform einfach mitnehmen darf.
Der erschütternde Moment kam allerdings später. Auf dem WC.
Und mal ehrlich: Restaurant-WCs erzählen viel über einen Laden. Manche haben lustige Schilder. Manche inspirierende Sprüche. Manche haben einfach nur ein Waschbecken, das aussieht, als hätte dort 1994 zuletzt jemand Vertrauen in die Menschheit gehabt.
Dieses WC allerdings… hatte Kunst.
An der Innenseite der Tür hing das Bild eines Mannes. Nackt.
Nicht „leicht bekleidet“. Nicht „ästhetischer Schwarzweiß-Akt“. Nein nein.
Komplett blankgezogen.
Und sein behaarter DingDong hing exakt frontal in meinem Sichtfeld. Straight Eye Contact. Keine Ausweichmöglichkeit. Keine Gnade.
Und ich saß da wirklich und dachte: WARUM?
Warum denkt irgendjemand: „Weißt du, was diesem Toilettengang noch fehlt? Ein riesiger nackter Mann direkt vor dem Gesicht.“
Wer trifft solche Entscheidungen? Gibt es Meetings dafür?
„Leute, das Essen ist hervorragend… aber mir fehlt im Damen-WC noch mehr Penisenergie.“
Ich weiß durch Gespräche mit Freundinnen, dass das offenbar nicht jede Frau schlimm findet. Ich persönlich allerdings möchte beim Toilettengang nicht das Gefühl haben, versehentlich in eine sehr seltsame Kunsthochschule geraten zu sein.
Und irgendwie ist das doch schade. Denn wenn ich heute an den Laden denke, denke ich zuerst an das haarige Gemächt von Wolfgang von Nebenan — und erst danach an das fantastische Tiramisu.
Das wird dem Restaurant eigentlich nicht gerecht. Aber sorry… das ist nicht meine Schuld.
Was gab’s noch?
Ah ja. Der Versuch, ins Kino zu gehen.
Wir wollten „Michael“ anschauen, weil ich aus allen Richtungen komplett unterschiedliche Meinungen gehört hatte. Also dachte ich: Mach dir halt dein eigenes Bild.
Starke Idee. Theoretisch.
Tickets online gekauft. Rechtzeitig losgefahren. Ab zum Dietrich nach Neu-Ulm.
Und dann: Stau vorm Parkhaus. Aber nicht so bisschen Stau. Nein. Stau bis gefühlt zurück nach Bayern.
Warum? Nobody knows.
Also stehen wir da. Warten. Rollen Zentimeter für Zentimeter vorwärts wie zwei depressive Schnecken.
Irgendwann endlich drin. Runtergefahren. Keine freien Parkplätze.
Also wieder hoch. Wieder einfädeln. Und genau in diesem Moment lernte ich erneut: Manche Menschen denken wirklich, sie seien die Hauptfigur dieser Welt.
Da wartet man Ewigkeiten… Dann könnte der junge Herr neben uns endlich mal fahren… UND DANN fällt ihm plötzlich ein:
„Ach stimmt… ich lass noch kurz meine Freunde aussteigen.“
ZACK. Lücke wieder zu.
Ich stand da bereits kurz vor einem spirituellen Rückfall.
Und spätestens als derselbe Kandidat meinte, er müsse jetzt selbstverständlich rückwärts einparken — selbstverständlich mit siebenunddreißig Korrekturzügen — während hinter ihm alles kollabiert… da konnte ich meinen Blutdruck quasi hören.
Wichtige Info übrigens: Das Parkhaus war NICHT voll.
Die oberen Etagen? Leer.
Der komplette Stau entstand nur durch Menschen, die Auto fahren wie überforderte NPCs.
Irgendwann waren wir endlich im Kino. Zeit knapp. Meine Begleitung kümmerte sich heldenhaft um Popcorn und Getränke, während ich das Parkticket checken wollte.
Die Dame dort machte mir allerdings erstmal sehr motiviert klar: „Ich habe jetzt Feierabend.“
Ja danke. Servicelevel: Behördenflur 2007.
Kurz danach stellte ich fest: Der Film stand gar nicht auf der Tafel.
What?!
Ticket nochmal geprüft… Und plötzlich sah ich: Da stand ein Datum aus dem April drauf.
Panik. Komplette Verwirrung. Ich dachte schon, ich hätte einen Schlaganfall.
Eine andere Dame — deutlich motivierter als ihre Kollegin — schaute aufs Ticket und erklärte mir freundlich: Das falsche Datum sei NICHT das größte Problem.
Der größere Fehler? Wir standen im falschen Kino.
Ja.
Ich hochintelligenter kleiner Technik-Nerd hatte Tickets fürs Kino in Ulm gekauft… stand aber geschniegelt in Neu-Ulm.
Der Film würde quasi jetzt anfangen.
Also: Popcorn geschnappt. Getränke geschnappt. Ab ins Auto. Rüber nach Ulm gedüst wie in Fast & Furious: Schwaben Edition.
Dort angekommen: Parkhaus leer. Alles entspannt. Natürlich.
Und das Beste? Dieses Datumschaos war wohl tatsächlich ein Systemfehler. Wir wurden problemlos reingelassen. Und man glaubt es kaum: Es war noch hell im Saal. Es lief noch Werbung.
Nach diesem kompletten Marathon aus Stress, Aggression und Selbstzweifeln konnten wir den Abend dann tatsächlich genießen.
Der Film übrigens? Kurzweilig. Gut gemacht. Aber mal ehrlich unter uns: WARUM endet der mitten drin mit diesem Cliffhanger aus der Hölle?!
Ich saß da wirklich wie: ENTSCHULDIGUNG?! Das war’s jetzt?! Ich habe emotional gerade erst eingeparkt!
Und sonst?
Nun… Es gibt Menschen mit wunderschönen Guschi-Taschen. Und es gibt Menschen, die gefälschte Caps zum Schnäppchenpreis kaufen… und dann teuer bezahlen… weil sie plötzlich mit einem Penis auf der Stirn rumlaufen.
Aber okay. Das ist ein Insider, die nur von betreffenden Personen problemlos verstanden werden können. Den erzähle ich vielleicht irgendwann mal ausführlicher, falls Nachfrage besteht.
In diesem Sinne: Schönen Sonntag euch. Passt auf euch auf. Und überprüft vor dem Losfahren vielleicht nochmal, IN WELCHER STADT euer Kino eigentlich ist.
PS:
Übrigens… falls sich jemand fragt, warum dieses Blogbild aussieht, als hätte es eine emotionale Vorgeschichte: HAT ES.
Und zwar mehr Drama als manche Netflix-Serien.
Ich dachte gestern Abend völlig naiv:
„Ach komm, ich lass schnell noch ein lustiges KI-Bild für den Blog machen.“
Schnell.
S-C-H-N-E-L-L.
Zwei Stunden später saß ich nachts um 2 Uhr in meinem Bett, halb wahnsinnig, mit fünf geöffneten Apps, einem pulsierenden rechten Auge und Diskussionen mit einer künstlichen Intelligenz, die sich plötzlich benommen hat wie die strengste Nonne Europas.
Dabei wollte ich NICHTS Wildes.
Wirklich nicht.
Ich wollte keine Hollywood-Produktion. Kein Marvel-Crossover. Kein KI-generiertes Herr-der-Ringe-Prequel.
ICH WOLLTE EIN AUTO ÄNDERN.
Ein. Auto.
Die KI hatte mir nämlich tatsächlich ein ziemlich geniales Bild gebaut. Mit uns. Mit Chaos. Mit diesem ganzen absurden Parallelwelt-Vibe des Blogs.
Problem nur: Statt unseres Autos stand da unten ein Mini.
Also ich völlig freundlich:
„Hey ChatGPT, kannst du den Mini gegen einen blauen Opel Grandland tauschen?“
Und plötzlich… komplette Eskalation.
„Es tut uns leid, aber dieses Bild könnte gegen unsere Schutzmechanismen bezüglich Nacktheit, Sexualität oder erotischer Inhalte verstoßen.“
…WHAT?!
ENTSCHULDIGE BITTE?!
DU HAST DIESES BILD DOCH SELBST ERSTELLT?!
Da stand original links oben irgendwo ein nackter Typ in der Ecke, völlig entspannt, als wäre das die normalste Sache der Welt.
Die KI hatte damit überhaupt kein Problem, wie auch, hat sie ja selbst da rein gepflanzt.
Aber in dem Moment, in dem ich einen Opel wollte, war offenbar die Grenze des moralisch Vertretbaren überschritten.
Offenbar ist ein deutscher SUV für KI-Systeme einfach unfassbar erotisch.
PPS:
Das Ganze wurde dann zu einem psychologischen Experiment.
Ich dachte zuerst noch:
„Okay, Missverständnis. Kein Problem.“
HAHAHAHAHAHA.
Also begann ich ernsthaft, den nackten Herrn aus dem Bild zu entfernen.
Mit anderen Apps.
Weil ChatGPT sich weigerte, das eigene Werk nochmal anzufassen.
Ich habe diesen Mann zensiert, übermalt, abgeschnitten, überdeckt, weichgezeichnet, sämtliche provozierende und womöglich erotische Details entfernt und irgendwann vermutlich versehentlich aus dem Melderegister gelöscht.
Zwischendurch hatte er einen schwarzen Balken. Dann ein Objekt drüber. Dann war er komplett weg.
Das Bild war irgendwann cleaner als die meisten IKEA-Kataloge.
Aber die KI?
Immer noch maximal traumatisiert.
„Dieses Bild könnte gegen unsere Richtlinien verstoßen.“
Junge… WELCHES BILD DENN INZWISCHEN?!
An irgendeinem Punkt hatte ich ernsthaft das Gefühl, die KI sitzt da intern mit einem Therapeuten zusammen:
„Ich weiß nicht… irgendwo war da mal ein Penis… ich kann das emotional gerade nicht verarbeiten.“
Und während ich Stunde vier der großen Opel-Grandland-Krise erreicht hatte, wurde mir klar:
Die Menschheit hat ernsthaft gedacht, KI würde uns Arbeit abnehmen.
Stattdessen sitze ich nachts um halb drei da und führe Grundsatzdiskussionen mit einem Computer über einen digitalen Nackedei in einer Toilettenszene.
Technologie 2026.
Aber gut…
lange Rede, kurzer Sinn:
Selbst ChatGPT war offenbar der Meinung, dass Frauen auf öffentlichen Toiletten wirklich schon genug mitmachen müssen. Liebe Restaurant und Barbetreiber überdenkt also bitte eure Designideen der WCs.