Ab nach Paris – drei Tage zwischen Seine, Käsetoast und freiem Fall
Tag 1 – TGV, Seine & dieser Moment, in dem Paris dich hat
Die Fahrt mit dem TGV war überraschend unspektakulär. Pünktlich. Bequem. Schnell. Ich liebe es ja, wenn man einfach einsteigt, sich zurücklehnt und irgendwann in einer anderen Welt aussteigt. Paris macht es einem da leicht.
Hotel kurz checken, Taschen abstellen – und dann direkt rein ins Getümmel. Diese Stadt hat sofort Energie. Selbst bei durchwachsenem Wetter liegt etwas in der Luft. Vielleicht ist es das Licht. Vielleicht die Sprache. Vielleicht einfach Paris.
Am Abend dann direkt ein Highlight: ein mehrgängiges Dinner auf der Seine. Eine Bootsfahrt mit Menü, während die Stadt langsam an uns vorbeizieht. Der Eiffelturm funkelt, Brücken gleiten über uns hinweg, alte Fassaden spiegeln sich im Wasser. Und irgendwo zwischen Vorspeise und Hauptgang passiert es:
Hier hat Paris uns.
Es war kein lautes „Wow“, sondern eher dieses leise Gefühl von: Das hier ist besonders. Ein Auftakt, wie man ihn sich schöner kaum ausdenken kann.
Tag 2 – Stadtrundfahrt, Käsetoast & Wein im Plastikbecher
Der zweite Tag beginnt mit einer klassischen Stadtrundfahrt. Regenwolken hängen über der Stadt, das Licht ist weich, fast melancholisch. Paris im Nieselregen hat etwas Filmreifes. Man sieht die großen Boulevards, historische Plätze, die Monumente – und trotzdem fühlt es sich nicht touristisch an, sondern lebendig.
Nach so viel Kultur widmen wir uns dem, was Frankreich mindestens genauso gut kann: Essen.
Ich sage nur: ein Toast mit Käse.
Ein simples Croque Monsieur. Brot. Käse. Schinken. Überbacken. Und plötzlich versteht man, warum die Franzosen kulinarisch so einen Ruf haben. Wie brillant etwas so Einfaches sein kann, ist fast schon unverschämt.
Am Abend dann das genaue Gegenteil von Fine Dining: asiatisch to go. Im Hotelzimmer. Auf dem Bett. Mit Wein aus Plastikbechern.
Und wisst ihr was? Es war wunderbar.
Manchmal braucht es keinen perfekten Rahmen. Sondern einfach gute Gesellschaft, gutes Essen – und dieses Gefühl, gerade genau da zu sein, wo man sein möchte.
Tag 3 – Disneyland Paris im Regen & 13 Meter pro Sekunde Adrenalin
Ein Tag im Disneyland Paris bei Regen? Klingt erstmal suboptimal. War es aber nicht.
Wir starten mit Regenschirm und Jacke. Die Main Street glänzt, die Lichter spiegeln sich im nassen Asphalt, alles wirkt ein bisschen wie in einem Disney-Film mit Spezialeffekten. Der Duft von Gebäck zieht durch die Luft – auch wenn die Cafés heillos überfüllt sind. Also gibt es Käsebrezeln und Kaffee vom Foodtruck. Improvisation gehört dazu.
Ein Vorteil des Wetters: kürzere Wartezeiten bei Indoor-Attraktionen. Zum Beispiel bei Pirates of the Caribbean – trocken, dunkel, großartig.
Trotz Regen bleibt die Magie. Die bunten Regenschirme. Die Cast Members, die selbst bei Nieselregen strahlen. Und dann die Parade. Figuren, Musik, Farben – selbst der Regen wirkt plötzlich wie Teil der Inszenierung.
Aber das eigentliche Highlight?
Der Tower of Terror.
The Twilight Zone Tower of Terror
Schon beim Einsteigen in den Aufzug kam die leise Frage: Hält dieser Gurt wirklich?
Das Licht flackert. Es knirscht. Man wird nach oben gezogen. Türen öffnen sich kurz – Blick über den Park – und dann freier Fall. 13 Meter pro Sekunde. Ich wiederhole: 13 Meter pro Sekunde.
Das Herz rast. Hände suchen Halt – es gibt keinen. Und in diesem Bruchteil einer Sekunde denkt man wirklich: War das eine gute Idee?
Ich bin nicht die Leichteste. Aber ich schwöre: Ich bin geschwebt. Unter meinem Hintern hätte man Schach spielen können. Schwerelosigkeit. Adrenalin. Panik. Und direkt danach: Lachen.
Diese Fahrt hätte ich nicht filmen können. Ich hätte nicht mal mein Handy halten können. Ich konnte ja nicht mal mich halten.
Regen hin oder her – dieser Tag war magisch. Vielleicht gerade wegen des Wetters.
Paris war nicht nur Sehenswürdigkeiten abhaken.
Es war Dinner auf der Seine. Käsetoast mit Offenbarungspotenzial. Wein im Plastikbecher. Und ein freier Fall, der mir gezeigt hat, dass man manchmal einfach springen muss.
Und ja – ich würde es wieder tun. Auch im Regen.










































































