Meine zweite Kreuzfahrt
Nach meiner ersten Reise mit der AIDA auf den Kanaren & Madeira hatte es mich erwischt.
Ich hatte mich verliebt – in das Reisen per Schiff.
Und nun durfte ich mir einen weiteren Traum erfüllen.
Vor ein paar Jahren war ich in Norwegen.
Ich habe mich in dieses Land verliebt – in die Weite, die Natur, die freundlichen Menschen, das Licht, die Ruhe. In alles.
Damals entstand der Wunsch, dieses Land eines Tages von der Seeseite aus zu sehen.
Norwegen vom Wasser aus.
Die Fjorde, die steilen Felsen, die Orte, die sich zwischen Meer und Berg schmiegen.
Dieser Traum wurde nun wahr.
Und ja – ich weiß, dass das eine zweischneidige Geschichte ist.
Als ich damals mit dem Auto im Geirangerfjord war, liefen zeitgleich zwei große Kreuzfahrtschiffe ein.
Geiranger liegt am Ende des Fjordes in der Provinz Møre og Romsdal.
Rund 250 Einwohner leben dort.
Im Sommer werden es bis zu 2.000 – dank Saisonarbeitern und Tourismus.
Ein kleiner Ort.
Überschaubar.
Still.
Und dann kamen diese beiden Schiffe – und mit ihnen mehrere tausend Touristen auf einmal.
Ich wollte ursprünglich ein oder zwei Tage bleiben.
Aber es war mir schlagartig zu viel.
Zu laut. Zu voll. Zu gedrängt.
Ich flüchtete hinauf in die Berge.
Weg von den Menschen. Weg vom Trubel.
Und nicht nur die Menschenmenge war überwältigend – auch die Luft veränderte sich spürbar. Schwer. Beißend.
Wir müssen uns nichts vormachen:
Kreuzfahrtschiffe sind Verbrenner.
Sie laufen auch im Hafen weiter.
Sie sind nicht umweltfreundlich.
Ja, viele Reedereien arbeiten an Lösungen. Auch AIDA investiert in neue Technologien.
Aber das ändert nichts daran, dass Kreuzfahrten ökologisch problematisch sind.
Und nun selbst mit einem dieser Schiffe anzureisen –
das ist ein Widerspruch.
Ich weiß das.
Ich verdränge es nicht.
Es ist nicht gut.
Und dennoch wollte ich dieses Land von dieser Seite aus sehen.
Vom Wasser. Vom Fjord hinein in die Berge.
Vielleicht ist das menschlich.
Vielleicht ist es egoistisch.
Vielleicht beides.
Man möge es mir verzeihen.