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USA TEIL 6

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USA – Teil 6

Für jetzt angekommen

Diesen Slogan habe ich vor kurzem gelesen und musste schmunzeln.
Ich würde nicht behaupten, dass es schon ganz so weit ist – aber es fühlt sich beinahe so an.

In den meisten Bereichen meines Lebens fühlt es sich gerade vor allem gut an.

Um einen Ort wirklich „Zuhause“ nennen zu können, braucht es vermutlich sehr viel. Ehrlich gesagt weiß ich gar nicht, ob ich je einen solchen Ort hatte. Selbst nach vielen Jahren an einem Ort in Deutschland hätte ich nicht unbedingt gesagt: Hier bin ich zuhause.

Manche sagen, Zuhause ist dort, wo die Menschen sind, die man liebt.
Dann wäre ich gerade sehr weit weg von Zuhause.

Und gleichzeitig war ich schon an Orten, an denen ich zuvor nie gewesen bin – und hatte sofort dieses Gefühl von: Ich kenne das. Eine warme Ruhe breitet sich aus, ein inneres „Wow… das fühlt sich richtig an.“

Mit einem kleinen Grinsen gebe ich zu:
Ich hielt mich lange für so einen typischen „Stranger“. Immer auf der Suche. Nach mir selbst. Nach dem Ort, an dem ich das Gefühl habe, wirklich dazuzugehören.

Ob Georgia dieser Ort ist oder werden kann?
I don’t know.

Im Moment weiß ich nur: Es ist gut, wie es ist.

Eine Routine entsteht. Kleine Problemchen werden gelöst. Ich freue mich freitags aufs Wochenende – und sonntags wieder aufs Büro. Das fühlt sich nach Balance an.

Was fehlt, sucht man sich Ersatz. Oder Lösungen.

Habe ich schon erwähnt, dass ich Quark vermisse?

Es gibt hier einfach keinen Quark.
Und ich liebe Quark. Kartoffeln mit Quark. Morgens Quark mit Nüssen und Früchten.

Also werde ich ihn wohl selbst machen.
Ich habe bereits Anleitungen für den Crock Pot gefunden – eine Art Niedrigtemperatur-Topf. Meine Single-Variante hat bereits großartiges Pulled Chicken produziert. Für Quark ist er allerdings zu klein. Also brauche ich einen größeren. Für den kleinen habe ich sogar schon einen Abnehmer – vorausgesetzt, er passt beim nächsten Deutschland-Trip in meinen Koffer.

Ob das mit dem Quark funktioniert?
Ich werde berichten. Momentan suche ich noch nach Joghurt mit den richtigen Kulturen.


Das Wetter wird übrigens stetig besser. Meine Laune hat es nie wirklich beeinflusst – aber nun beginnt die Phase, in der man sich freiwillig lieber drinnen aufhält.

Am Anfang habe ich Klimaanlagen nicht verstanden.
Jetzt liebe ich sie.

Im Büro angenehm kühl.
Im Auto sofort arktische Temperaturen.
Und die paar Meter dazwischen… nun ja. Da muss man halt durch.

Außerdem habe ich mir eine Bucket List für meine Zeit hier gemacht. Keine Sorge – ich plane nicht, währenddessen den Löffel abzugeben. Aber ich liebe Listen. Wie ich kürzlich gelernt habe, scheint das eine ziemlich deutsche Eigenschaft zu sein.

Ich wollte diese Liste, weil Zeit so schnell vergeht. Und ich möchte irgendwann nicht dastehen und sagen: „Verdammt, das wollte ich doch noch machen.“

Mit einer Liste bleibt es sichtbar. Greifbar.

Vielleicht schaffe ich dieses Wochenende einen Punkt davon.
Ich liebäugle mit dem Botanischen Garten.

Heute Abend geht es erstmal indisch essen.
Und dann schauen wir, was das Wochenende bringt.

Die Blue Ridge Mountains waren sicher nicht mein letzter Ausflug.

Übrigens – war jemand von euch schon einmal in Costa Rica?

Passt gut auf Euch auf.
Sandra

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