USA TEIL 16

Viel zu viele Eindrücke... an nur einem Wochenende.

Ich hatte meinen kleinen Ausflug nach South Carolina / Hunting Island schon vor einiger Zeit geplant. Freunde erzählten mir von dieser Halbinsel und wie schön sei sein soll. Also musste ich das sehen. Bedingt durch die einfache Fahrzeit von 5 bis 6 Stunden war klar, dass es nur Sinn macht, wenn ich ein verlängertes Wochenende habe. Wie gut, dass sich dafür also der Labor Day angeboten hat. Also machte ich mich am Samstag auf den Weg und auch wenn seit Tagen über Dorian berichtet wird, machte ich mich nicht wirklich Gedanken. Vielleicht ist es leichtsinnig, aber ich verlasse mich gern auf die Wissenschaft. Es hieß, dass dieser Hurrikan vermutlich nicht vor Montag oder Dienstag auf Florida treffen würde. Und dort wollte ich ja nicht einmal hin... Das erste Mal etwas stutzig wurde ich gestern bei meiner Ankunft im Hotel. Die Dame an der Rezeption fragte mich, was ich wegen dem Storm geplant hätte. Was meinte sie damit? Was sollte ich denn deswegen planen? Ich verstand die Frage nicht wirklich und fragte zurück, was genau sie meinte. Sie sagte, dass sie beim letzten Sturm die Erfahrung gemacht haben, dass viele Gäste vorher abgereist sein, ich fragte sie nach ihre Meinung, ob es bis Montag gefährlich sein könnte, sie grinste und meinte: "Nein, vielleicht regnet es ein wenig". Beruhigend...Bis ich am Abend die News sah, dass der Hurrikan ggf. abdreht und Richtung South Carolina kommt. Ups. Es relativierte sich alles wieder ein wenig, als ich mitbekam, dass er sich jedoch sehr langsam bewegt. Man rechnet nicht vor Dienstag/Mittwoch mit ihm hier oben, bis dahin bin ich wieder im schönen Atlanta. Wenngleich man auch für Georgia den Notstand ausgerufen hat, ich gehe jedoch davon aus, dass damit eher der Sueden gemeint ist. Ich werde also morgen früh, sehr früh zurück fahren, nicht aus Angst vor dem Hurrikan, der bis dahin nicht hier sein wird, aber zum einen, weil ich meine kleine Prinzessin vermisse und zum anderen, weil ich damit rechne, dass sich einige Staus ergeben werden. Viele haben angekündigt in den Norden zu fahren und sich in Sicherheit zu bringen. Diese Tatsache und das Bild, was ich heute in den Städten hatte, dass bereits Bretter vor den Fenstern sind und Sandsäcke vor der Tür liegen, zeigt mir, dass das ganze doch sehr ernst ist.

Dabei habe ich fast ein schlechtes Gewissen, dass ich die Zeit hier dennoch so sehr genieße. Der Tipp mit Hunting Island war ein Volltreffer. Als ich auf die Halbinsel fuhr und durch das Gate des "Parks" (man muss hier Eintritt bezahlen) bot sich mir ein regelrechter Dschungel. Ich meine South Carolina hat an den Küsten eh sehr viel gemeinsam mit Florida. Überall Palmen, bunte Häuser.. das fühlt sich alles schon sehr karibisch an. Aber diese Insel... wow. Ein Dschungel an Palmen und verschiedenen Bäumen, Pflanzen und alles so belassen, wie die Natur es formte. Unglaublich schön. Ich bin relativ früh hin, was genau die richtige Entscheidung war, der Strand war kaum besucht und ein gewisser "Nebel" machte das ganze noch mystischer als es eh schon war. Hier wird alles so gelassen, wenn Palmen am Strand umknicken, dann bleiben sie liegen. Das alles bietet ein bizarres aber wunderschönes Bild. Ich weiß nicht, wie die Wellen hier für gewöhnlich sind, oder ob dies bereits Auswirkungen von Dorian waren, aber die Wellen waren zum Teil atemberaubend.

Das sind Momente, die mich wirklich zu Tränen rühren, weil ich so dankbar dafür bin, dass ich das erleben darf und kann. Es sah nicht unbedingt immer in meinem Leben danach aus. Ich genieße diese Augenblicke und werde mir darüber wirklich bewusst, was für ein Geschenk sie sind und was für ein tolles Leben ich habe.









Es waren auch unglaublich viele Surfer gegen später unterwegs. Ich lief tatsächlich stundenlang am Strand entlang und entdeckte immer wieder neue schöne Stellen. Auf meinem Weg zurück musste ich jedoch lernen, dass man auch hier Ebbe und Flut nicht außer acht lassen sollte. Plötzlich war der Strand auf dem ich vorher noch lieg nämlich einfach mal weg. Ende von Lied...Nass bis zum Bauchnabel, was aber an sich nicht schlimm war.

Da es anfing zu regnen, verließ ich die Halbinsel, machte ein paar Besorgungen und fuhr erstmal zurück ins Hotel um unter anderem im Hotel den Fitnessraum aufzusuchen und aufs Laufband zu gehen (da ist ja immer noch diese Lauf Challenge meiner Firma). Ich wollte jedoch unbedingt am Abend noch mal hin.

Nun, wenn es etwas enttäuschendes an diesem Wochenende gibt, dann die Tatsache, dass ich mal wieder einen Denkfehler hatte. Ich dachte tatsächlich, dass man vielleicht ein paar schöne Bilder beim Sonnenuntergang machen könnte. Ha ... man sollte malt die Geografie checken. Hunting Island ist eher was für den Sonnenaufgang, als den Sonnenuntergang. Wäre ich heute Morgen früher da gewesen, hätte ich das vielleicht sogar gecheckt. Davon abgesehen, war das Wetter heute Abend aber eh nicht dafür gemacht. Es war bereits sehr windig und statt den geliebten einzelnen "Puffwolken" war es eine relativ geschlossene Wolkendecke mit anständiger heftiger Brandung. Ich habe es dennoch genossen und die Zeit mit Musik auf den Ohren am Strand verbracht. Allerdings überlege ich wirklich, ob es so clever wäre morgen früh nochmal hinzufahren, wenn ich die Bilder gerade so sehe im TV.

Anyway eine Sache würde ich gern noch erzählen, ich habe nämlich folgendes gesehen...





Diese Käfige sind verteilt am ganzen Strand. Wahnsinnig spannend. Das sind quasi Käfigedie Nester von Schildkröten und damit deren Eier schützen sollen. Das ist schon was Besonderes, das so nah zu sehen. Auch wenn ich das Schlüpfen an sich natürlich nicht sehen konnte, was auch damit zu tun hat, dass diese Insel nachts quasi geschlossen ist und die kleinen gerade nachts, wenn es etwas kühler wird, meinen schlüpfen zu müssen. Übrigens ein sehr interessanter Artikel darüber findet ihr hier: zum Artikel

Das war er also, der Trip im September. Ich bin gespannt, was als nächstes kommt...aber im Moment bin ich aus vielerlei Gründen für alles offen :)

Passt gut auf Euch auf!
Sandra

Sandra Jausch

Seit Januar 2019 auf neuen Wegen...

Was erst nur ein dreimonatiger Austausch sein sollte, entwickelte sich sehr schnell zu 2 Jahren Auslandserfahrung. Nun bin ich als bis Ende 2020 hier in Atlanta / Georgia und lasse Euch teilhaben...

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