"Glücklichsein ist meine Wahl…"

Zugegeben, in den düsteren, weniger schönen Momenten im Leben würde ich gern Postkarten und andere Gegenstände auf denen solch sinnvolle Sätze stehen, am liebsten nehmen und damit die nächste Wand schwungvoll „dekorieren“. Soll heißen, dass ich sehr wohl weiß, dass man solche Phrasen kaum ertragen kann, wenn es einem nicht gut geht. Aber … zugegebenermaßen muss ich ebenfalls zugeben, dass dies bei mir extrem lange her ist.

Rege ich mich noch auf? Natürlich! Erst heute, ich habe im Büro erfahren, dass ein Kollege hinter meinem Rücken geredet hat und eben nicht die Wahrheit. Und ja sowas regt mich nach wie vor auf. Bringt es deswegen mein Weltbild oder sogar meine Gefühlswelt durcheinander? Nein – sein Handeln hat nichts mit mir persönlich zu tun! Ich bin quasi in der Geschichte der Blitzableiter. Morgen werde ich ihn „runtergefahren“ freundlich direkt face to face mit dieser Aussage konfrontieren und fragen was da los war. Und nein ich bin nicht immer so damit umgegangen. Es kam oft vor, dass ich Dinge aus dem Büro mit nach Hause genommen habe. Ich bin ein Denker, ich habe Situationen, Reaktionen und Handlungen von Menschen durchdacht und interpretiert so lange wie ich denken kann. Besonders „Nichtstun“ – und „Schweigen“ von anderen hat mich oft nahe an den Rand des Verstandes gebracht. Manchmal merke ich, dass mir das immer noch passiert. Aber die Sichtweise heute, ist eine andere.

love it - leave it - change it



Der erste Schritt zu diesem Mindset ist gleichzeitig auch der Schwierigste. Um an einen Punkt zu gelangen, an dem ich mit mir selbst im Reinen war, musste ich verinnerlichen, dass mein persönliches Glück von nichts und niemand anderem, als mir selbst abhängt. Genauso ist das auch mit dem „nicht-glücklich-sein“. Wenn ich dem Kollegen so viel Platz in meinem Leben gebe, dass er es schafft mir meinen Tag zu versauen, dann muss ich mich selbst hinterfragen. Wenn Menschen beschließen von heute auf morgen zu schweigen – dann kann ich mir wochenlang den Kopf darüber zerbrechen, oder mich fragen, ob dies wirklich etwas mit mir zu tun hat. D.h. ich kann die Frage stellen, ob ich etwas falsch gemacht habe, kommt darauf eine Verneinung oder wiederum gar keine Antwort – was soll ich dann tun?

Glück ist eines der persönlichsten Dinge und es MUSS unabhängig von anderen sein.







Ist das wirklich so? Wenn man Menschen fragt, was Ihnen im Leben am Wichtigsten ist und für sie Glück bedeutet, was kommen dann für Antworten? Genau – meistens so Dinge wie: Familie, Freunde, Mann/Frau, Kinder… Sind diese Antworten falsch? Mit Nichten, das wäre ja grauenvoll. Aber es ist kein Glücksrezept das für jeden von uns richtig sein muss. Denn es gibt Dinge im Leben, die kann man nicht allein beeinflussen, entscheiden oder bestimmen. Ich kann nicht sagen, ich habe ab heute eine Familie, eine Frau an meiner Seite, einen Hund und Kinder will ich auch und dann bin ich glücklich! Für diese Dinge gehören andere Menschen dazu, die denselben Wunsch haben und den Weg mit dir zusammengehen wollen. Aber nicht jeder findet das – oder will das. Bedeutet das, dass diese Menschen zwangsläufig unglücklich sein müssen?

Wenn man mich fragen würde, was für mich Glück ist – dann wäre Freiheit eine meiner ersten Antworten. Gefolgt von der Zeit die ich mit meinen Freunden und Menschen die mir etwas bedeuten, verbringen darf. Und dies ist absolut unabhängig von einem Beziehungsstatus! Menschen in meinem Leben sind ein Geschenk, sie sind in der Tat wohl ausgewählt, das gebe ich zu, aber jeder für sich ist ein Geschenk. Die Zeit mit Ihnen ein Segen, Momente in denen ich mich fallen lassen kann und spüre. Und dennoch ohne Ansprüche das irgendwas von dem was wir Teilen ein „Muss“ ist, oder ein „gehört sich so“ oder gar Selbstverständlichkeit.

Wenn ein Mensch mit mir einen Kaffee trinken geht, mit mir telefoniert oder mir eine Nachricht schickt, dann schenkt er mir in diesem Moment seine Zeit – und damit einen Teil seines Lebens. Und an dieser Stelle sind Ansprüche fehl am Platz.

Vielleicht ist genau das der Grund warum ich heute sagen kann, ich habe ein perfektes Leben, ich bin dankbar für jeden Morgen an dem ich aufstehen kann, dankbar für alles in meinem Leben – übrigens auch die kleinen dunklen Momente, denn sie gehören dazu! Dankbar für jeden einzelnen Menschen darin, weil er seinen Platz hat…in meinem Leben.

Es gibt einen Unterschied, ob man wirklich lebt oder nur den gesellschaftlichen Normen entsprechend existiert. Nur, wenn man beginnt, Eigenverantwortung zu übernehmen, wird man am Ende des Tages ausgeglichen im Bett liegen und mit einem Lächeln darüber nachdenken können, was man alles erlebt hat.

Dazu fällt mir immer wieder diese Geschichte mit den Kieselsteinen ein. Ich praktiziere sie nicht praktisch, aber doch nach wie vor jeden Tag in meinem Kopf. Man sollte sich eine Hand voll Kieselsteine morgens in die Hosentasche stecken. Und für jeden tollen Moment, jedes Lächeln, jeder positive Augenblick schiebt man einen Stein von der einen in die andere Hosentasche. Am Abend schaut man dann, wie viele es sind und versucht sich an alle zu erinnern.

Immer das, auf was wir den Fokus richten, wird größer sein

Daran glaube ich! Fokussiere ich mich ausschließlich auf das Negative in meinem Leben, dann wird es auch einen Großteil darin einnehmen, es wird sich breitmachen. Behalte ich das Positive im Fokus, wird dies bestimmend sein.

Selbsterkenntnis aber ist eine Voraussetzung fürs Glücklichsein …

Und vielleicht klingt das alles wie hohle Floskeln. Mag sein. Aber es sind meine Gedanken. Wann ich das letzte Mal – kaum beschreibbar – glücklich war? Heute! Gestern! Am Wochenende! Ich hatte einen wundervollen Samstag mit Freunden, einen traumhaften Sonntag ganz für mich allein und gestern ebenfalls einen sehr unterhaltsamen Abend in angenehmer Gesellschaft, heute morgen bin ich aufgewacht und es ging mir gut. Ich habe mir die Freiheit genommen (und ja ich bin dankbar, dass ich das kann) und bin noch eine halbe Stunde liegen geblieben, habe das Fenster über meinem Bett geöffnet, hörte die Vögel in der Regenrinne, spürte die frische Luft und war glücklich. Und auch jetzt wo ich das schreibe, bin ich glücklich…weil ich dankbar bin für dieses ausgesprochen geile Leben Ich habe übrigens kürzlich diese 10 Fragen gefunden – ich mag solche Spielchen ja sehr – was wären eure Antworten?

1. Was wirst du in 20 Jahren bereuen? – Nichts!

2. Zu wie vielen Menschen hast du in deinem Leben „Ich liebe dich“ gesagt? Viel zu wenigen!

3. Hättest du dich selbst gern als Freund? Ja ich glaube ich bin ganz nett

4. Wo möchtest du gern berührt werden? Ich mag es, wenn es Menschen schaffen mich zu berühren und das weit bevor sie mir körperlich näher kommen.

5. Wärst du lieber attraktiver oder sympathischer? Nein.

6. Meinst du, dass du deine ganz große Liebe schon getroffen hast? Vielleicht ist die große Liebe gar nicht eine, vielleicht sind es viele, vielleicht ist es aber auch neben den Menschen eine Leidenschaft…

7. Was hat dich in deinem Leben bisher weitergebracht? Vernunft oder Unvernunft? Beides

8. Würdest du wissen wollen, woran du sterben wirst? Nein auf keinen Fall.

9. Wann hast du zuletzt wirklich etwas riskiert? Ist es nicht ein tägliches kleines Risiko, wenn man Menschen sagt, was man denkt und fühlt?

10. Was ist dir wichtiger: lieben oder geliebt zu werden? Im Stande zu sein, noch lieben zu können ist ein Segen!




Passt gut auf Euch auf!
Sandra