Über etwas schreiben, an das man unter Umständen nicht mehr geglaubt hat…

Wenn man den Fehler begeht, jemanden anderes zu fragen, über was man schreiben soll und dann quasi in der Verpflichtung ist, dies zu tun. Nun sitze ich also hier und schreibe über etwas, was ich ehrlich gesagt noch nicht einmal richtig in Worte fassen kann. Es ist also eine Herausforderung.

Ich bin gern allein, ich kann gut allein sein und ich bin es gewohnt allein zu sein. Das mag traurig klingen, ist es aber für mich eigentlich nicht gewesen die letzten Jahre. Ich mochte die Unabhängigkeit, die Möglichkeiten, alles spontan und nur in eigener Verantwortung zu entscheiden. Es ist nicht so, dass ich grundsätzlich ein unverbindlicher Mensch bin, ich kann durchaus bis zu einem gewissen Punkt sehr verbindliche Freundschaften und Kontakte zu Menschen pflegen. Bis zu diesem gewissen Punkt eben, darüber hinaus, wollte und konnte ich – bis auf sehr wenige freundschaftliche Ausnahmen - in den letzten Jahren nicht gehen. Und das ist auch gut so, denn ich war glücklich. Ich kann nicht behaupten, dass mir wirklich etwas gefehlt hätte.

Aber wie so oft im Leben, erkennt man manchmal, dass da noch so viel mehr ist. So viel mehr was wir nicht im Stande sind in Worte zu fassen. Da kommt dieser eine Mensch in dein Leben geplatzt und dreht alles upside down. Ungeahnt, unvorbereitet …

Hätte mich jemand vor ein paar Monaten dazu befragt, wäre allein die Vorstellung etwas, was in mir Unbehagen auslöst hätte. Ich mag es nicht die Kontrolle zu verlieren, über mein Leben und mich, ich habe Dinge gern selbst in der Hand. Ich habe meine Lebensentwürfe, meine Ziele, meine Pläne…doch dann kommt der Moment wo das alles nur noch zweitrangig ist. Nicht unwichtig, aber eben nicht mehr das Wichtigste.

Ein Moment wo sich bisher wichtige Dinge automatisch ausblenden und Platz machen für etwas so Wundervolles, das man es nicht beschreiben kann.

Und nun? Nun ist Zeit temporär, zumindest wenn es um Dinge geht, die bisher meinen Alltag bestimmt haben. Es ist nicht wichtig, ob das Auto gewaschen ist, oder das Apartment auf Hochglanz geputzt ist, alte Routinen, was man an welchen Wochentagen so normalerweise macht – unwichtig. Und es macht mich nicht nervös. Es verunsichert mich auch nicht.

Wichtig sind hingegen die Momente, die man plötzlich mit jemandem teilt, weil es sich so unglaublich richtig anfühlt. Als sei es nie anders gewesen, als müsse es genauso sein .., seit gefühlt so vielen Jahren. :)

Jemand der auf dich wartet, dem es wichtig ist, dass du da bist, der wirklich interessiert daran ist, wie dein Tag war und die Frage nicht nur als Floskel stellt. Jemand der dich versteht, weil man viele Wege des Lebens in ähnlichen Pfaden gelaufen ist und es dadurch nicht nur theoretisch versteht, sondern auch wirklich nachvollziehen kann, was der andere fühlt. Jemand der Pläne mit dir macht, die weit über die nächste Woche hinausgehen, nicht nur, weil man es sich vorstellen kann, sondern weil man es mochte. Jemand der das nicht für Träumereien hält, sondern für realistische Möglichkeiten. Und dann ist es vielleicht nicht mehr wichtig, alles unter Kontrolle zu haben. Dann ist es vielleicht viel schöner, Dinge gemeinsam zu entscheiden, zu erleben, zu planen, zu sehen, zu fühlen…

Und ja ich bin mir durchaus darüber bewusst, dass es für nichts und niemandem im Leben eine Garantie gibt. Alles kann morgen anders sein. Aber das erste Mal seit langem interessiert mich das reichlich wenig, ich möchte meine Zeit heute nicht damit verschwenden, negative Gedanken darüber zu haben, was morgen vielleicht anders sein könnte. Denn das werde ich morgen früh genug wissen, wenn es so sein soll. Stattdessen genieße ich jeden Moment und bin dankbar. Dankbar für den Moment, das Gefühl, die Aufrichtige Zuneigung und das sichere Wissen, dass alles möglich ist, weil man nicht allein an etwas glaubt, sondern zu zweit (zu dritt oder viert :) ) ist.

Es ist ein Geschenk und ich lerne so viel über mich selbst im Moment. Es gab und gibt Menschen, die mir gewisse Dinge im Leben nicht mehr zutrauten, die behaupten ich sei nicht im Stande, wirklich mit jemandem zusammen zu sein. Es tut mir leid, dass ihr diese Seite kennenlernen musstet die euch offenbar zu dieser Meinung gebracht hat, dass meine ich ernst. Ich behaupte auch nicht, dass ihr falsch gelegen habt, aber vielleicht war bis jetzt der richtige Mensch einfach noch nicht dabei.

Eben bis jetzt… und dann ist da der Moment, wenn dieser eine Mensch, in einer Sekunde alles ändert …




Passt gut auf Euch auf!
Sandra